Präsenzsitzung 20.–22.03.2026 in Frankfurt am Main – Themenschwerpunkt Ehrenamt

Vom 20. bis 22. März 2026 kam die Bundesarbeitsgemeinschaft Sportpolitik zu ihrer Präsenzsitzung in Frankfurt am Main zusammen. Im Zentrum der dreitägigen Tagung stand die Rolle des Ehrenamts im Sport – insbesondere dessen Bildungsfunktion sowie die Frage, wie freiwilliges Engagement gezielt gestärkt und langfristig gesichert werden kann.

Am Freitagabend waren wir zu Gast beim FVV und bei Artmeis Sport Frankfurt und erhielten Einblicke in ihre vielfältige Vereinsarbeit. Dabei berichteten sie auch über die Organisation der EuroGames 2028 als internationales Sport- und Kulturereignis, das queere Sichtbarkeit stärkt und ein klares Zeichen für demokratische Werte und Vielfalt setzt.

Am Samstag wurde dann bereits in der Vorstellungsrunde, gefolgt vom ersten fachlichen Input von Dr. Jana Priemer (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) deutlich, wie vielfältig das Ehrenamt in Deutschland ist. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, den Blick stärker von einer reinen Problemdiskussion hin zu einer Mehrwertdiskussion zu verschieben: Ehrenamt wurde nicht nur als Herausforderung, sondern vor allem als Chance verstanden – für gesellschaftlichen Zusammenhalt, persönliche Entwicklung und demokratische Teilhabe.

Weitere Impulse aus Wissenschaft, Politik und Praxis vertieften diese Perspektiven. So beleuchteten Prof. Dr. Ronald Wadsack (ehemals Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften) gemeinsam mit der Olympiasiegerin und Moderatorin Mariama Jamanka sowie Martin Sauer (EM-Beauftragter 2024 der Stadt Dortmund,) das Phänomen Volunteering, seine besondere Anziehungskraft und seine Bedeutung für die Organisation von Sportgroßveranstaltungen.

In der Podiumsdiskussion zu Freiwilligendiensten im Sport diskutierten Leandra Götz (Deutsche Sportjugend, dsj) und Katrin Eger (Sportjugend Hessen im Landessportbund Hessen) aktuelle Herausforderungen sowie mögliche Auswirkungen einer Wiedereinführung der Wehrpflicht auf das Engagement junger Menschen. In einem weiteren Podium stellten Michaela Röhrbein (DOSB) und Josephine Paul die Frage nach der politischen Unterstützung des Ehrenamts in den Mittelpunkt. Am Sonntag ergänzte Marcus Bocklet (Mitglied des Hessischen Landtags) die Debatte mit konkreten Einblicken in die Ehrenamtsstrategie von Hessen.

Ein zentrales Ergebnis der Gespräche war die besondere Bedeutung der Bildungsfunktion des Ehrenamts. Engagement im Sport vermittelt Kompetenzen, stärkt Verantwortungsbewusstsein und eröffnet niedrigschwellige Zugänge zu gesellschaftlicher Beteiligung. Gleichzeitig wurde auch deutlich, dass nicht alle Menschen gleichermaßen die Möglichkeit haben, sich ehrenamtlich zu engagieren.

In den anschließenden Arbeitsphasen wurden konkrete politische Handlungsbedarfe identifiziert. Dabei ging es um bessere Rahmenbedingungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene ebenso wie um die gezielte Unterstützung der Vereine vor Ort. Ziel war es, aus den Diskussionen konkrete Forderungen für ein Thesen- und Positionspapier abzuleiten.

Neben der intensiven inhaltlichen Arbeit bot das Programm auch Raum für Austausch und Vernetzung – etwa bei einer gemeinsamen Laufeinheit am Morgen, einem Mittagessen auf dem Markt und einer Stadtführung am Abend.

Die Sitzung machte deutlich: Ehrenamt im Sport ist ein zentraler Pfeiler unserer Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, die bestehenden Stärken weiter auszubauen, die Bildungsfunktion stärker zu betonen und die Potenziale des Engagements noch sichtbarer zu machen.

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