Onlinesitzung der BAG Sportpolitik

Wie kommen Fördermittel besser dort an, wo sie gebraucht werden?


BAG Sportpolitik diskutiert Sportstättenförderung, Verteilungskriterien und die Folgen der Olympiaentscheidung


Wie können die dringend benötigten Investitionen in Sportstätten so verteilt werden, dass sie dort ankommen, wo der Bedarf besonders groß ist? Mit dieser Frage beschäftigte sich die BAG Sportpolitik bei ihrem digitalen Treffen am 27. September 2026.
Im Mittelpunkt stand die erste Runde des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Schnell wurde deutlich: Der Bedarf ist erheblich größer als die bisher verfügbaren Mittel. Umso wichtiger ist die Frage, nach welchen Kriterien künftig verteilt werden soll. Der Königsteiner Schlüssel kann dabei eine Orientierung sein – allein reicht er jedoch nicht aus. Diskutiert wurden unter anderem der konkrete Sanierungsbedarf, Zustand und Nutzung der Sportstätten, die regionale Versorgung, die finanzielle Situation der Kommunen sowie soziale Teilhabe, Barrierefreiheit und Klimaschutz.


Besonders spannend war der Wechsel zwischen fachlichen Inputs und konkreten Beispielen aus der Gruppe. Erfahrungen aus der ersten Förderrunde wurden direkt aufgegriffen, mit den vorgestellten Zahlen abgeglichen und gemeinsam daraufhin untersucht, was bei zukünftigen Förderprogrammen besser gemacht werden kann. Dabei ging es auch um die unterschiedlichen Voraussetzungen verschiedener Sportstättentypen und Regionen. Klar wurde: Förderentscheidungen müssen transparent, nachvollziehbar und auf einer belastbaren Datengrundlage getroffen werden.


Auch der Blick auf Sportinfrastruktur wurde erweitert. Neben Sporthallen, Sportplätzen und Schwimmbädern gehören für die BAG auch öffentliche Bewegungsräume, informeller Sport und die Wege zum Sport zur notwendigen Infrastruktur. Entscheidend sei, die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen vor Ort stärker in die Förderung einzubeziehen.


Ein weiterer wichtiger Teil des Treffens war die Diskussion und Auswertung der Entscheidung zur deutschen Olympia- und Paralympics-Bewerbung. Dabei wurde insbesondere darüber gesprochen, welche langfristigen gesellschaftlichen Wirkungen eine Bewerbung entfalten kann und wie Spitzen- und Breitensport, Ehrenamt, Teilhabe und nachhaltige Infrastruktur zusammengedacht werden können.


Zum Abschluss stand deshalb weniger die Frage im Raum, ob investiert werden muss, sondern vor allem wie die vorhandenen Mittel künftig besser verteilt werden können. Die BAG Sportpolitik sieht dafür eine langfristige Investitionsstrategie, bessere Daten, transparente Kriterien und eine stärkere Beteiligung von Verbänden und Wissenschaft als zentrale Voraussetzungen.

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